Marchfelderhof
Lage: Bockfliesser Strasse 31, Deutsch Wagram.. Einige Kilometer vor Wien, im Ort muss man nur den grossen gelben Schildern folgen, dann ist man bald am Ziel.
Reservierung: Schon wenn man zum Telefon greift, um in dem stets gut frequentierten Lokal einen Tisch zu ergattern, bekommt man als Einleitung den CanCan von Jaques Offenbach in diesem 1. Festaurant Österreichs zu hören!
Ankunft: Aufgrund des ländlichen Charakters von Deutsch Wagram ist es kein Problem einen Parkplatz zu finden. Wenn der sich in Eingangsnähe befindet, hapert es auch nicht an der Beleuchtung, denn der Eingang ist bunter
und heller als ein Weihnachtsbaum am Stephansdom. Dazu schmettern bereits fröhliche österreichische Lieder zum Eingang raus. Ein zuvorkommender Empfangsmensch geleitet einen zum Tisch und wenn der nicht genug Platz bietet,
gibts halt einen anderen sofern verfügbar. Für das geschulte Ohr auch nicht schwer zu erraten, wo der werte Gast herkommt; die Deutschlandfahne auf dem Tisch wird dann doch als etwas übertrieben empfunden, auch wenn diverse
Vorgänger sich auf der Fahne schon mit Namen und Datum verewigt haben.
Jetzt kann die Einrichtung des Marchfelderhofs bewundert werden. Noch nie habe ich einen Raum gesehen, der in diesem Ausmass mit Flohmarktartikeln überladen ist. Weder an den Wänden
noch an der Decke ist noch viel Platz um weitere Artikel zu platzieren! Es gibt richtige Themenecken, z.B. mit Schaukelpferden, und die einzelnen Tische sind trotz räumlicher Nähe perfekt voneinander separiert.
Auf dem Tisch eingedeckt sind bereits frische Gemüsedips mit Knoblauchsauce und eine Schale mit Chips, die nicht unbedingt immer vom gleichen Tag sind.
Karte: Jetzt ist es an der Zeit, sich mit der Karte zu beschäftigen! Bei grösseren Gesellschaften müssen mehrere Kellner die Karten austeilen; von Umfang und Gewicht her kann mit dieser Karte kaum eine Bibel mithalten.
Das liegt auch nicht an dem grossen Metallwappen, welches mittig auf jedem Exemplar prangt. Und wenn man diese Karte wirklich detailliert studieren will, dann hat die Küche leider zu bis das Werk vollendet ist! Also versucht man sich
kurzfristig einen Überblick zu verschaffen und lässt die russischen, polnischen und chinesischen Zusammenfassungen aus. Bei der Vielfalt an Gerichten ist es aber auch nicht weiter schwierig, für jeden Gaumen etwas Passendes zu finden!
Service: Motto des Hauses: Kaiser für einen Tag! Dieses Motto wird hier wirklich wörtlich genommen! Hier wird ein Gast auch als solcher behandelt. Dies manifestiert sich nicht nur an den sehr aufmerksamen Bediensteten,
die sich nie auf Revierbeschränkungen berufen würden, nein an jedem Tisch hängt sogar eine eigene Klingel, die sofort einen dienstbaren Geist herbeiruft.
Besonderer Service zum Geburtstag: ein Ständchen der Hauskapelle,
einen brennenden Nachtisch und einen knallroten Luftballon! Ich habe noch nie so viele Geburtstagskinder an einem Abend gesehen!
Preis/Leistung: Trotz edler Umgebung und hoher Qualität kann man das Preisniveau als normal bezeichnen. Eine Riesenportion gefüllte Gans für 26 DM oder eine erstklassige Suppe für DM 6 ist ausgesprochen günstig.
Und wenn man reichlichen Getränkekonsum preislich reduzieren will, steht einem ein all-inclusive-Angebot für bestimmte Getränke für rund 35 DM zur Verfügung.
Toilette: Eigentlich sonst kein herausragendes Kriterium für die Beurteilung einer Lokalität, wäre schön wenn sie denn sauber wäre?! Im Marchfelderhof ist sie aber nicht nur sauber sondern eine Besichtigung wert auch
wenn einen die Notdurft nicht unbedingt dahin treibt. Das Waschbecken der Herrentoilette erinnert einen eher an den Schminktisch einer Diva und in den Sitztoiletten sind neben attraktiven Motiven an den Wänden richtige Zeitungshalter mit Lesestoff!
Die Stehtoiletten haben Ablageflächen und darüber befinden sich hunderte von kleinen gerahmten Bildchen.
Auf dem Rückweg zum Tisch kommt man sich denn auch eher wie in einem Museum, denn wie in einem Restaurant vor. Neben Uniformen und zahlreichen Beurkundungen von prominentem Besuch vergangener Tage gibt sogar eine eigene Falco-Ecke.
Fazit: Ein Muss in diesem Festaurant gewesen zu sein! Warum gibt es so etwas nirgendwo sonst?
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