Oktoberfest 2002 Special


Viele Amerikaner kennen zwar das Wort "Oktoberfest", sind aber etwas desorientiert darüber wo Deutschland oder München ist. Tausendfach kopiert, aber es gibt nur ein Original, die Mutter aller Ballermänner auf der Theresienwiese.
Schon die Anreise auf der U-Bahnstation "Theresienwiese" ist ein Erlebnis. Der Bahnsteigverantwortliche hat direkt eine Ansprache in bestem bayerisch und in voller Lautstärke vorbereitet:"Liebe Oktoberfestgäste, willkommen auf den Wies'n und seids ihr nicht auch so dumm wie die aus dem letzten Zug und gehts alle nur durch den einen Ausgang"
Passendes T-Shirt!

Willkommen im Bierland
Das Festgelände unterteilt sich im Wesentlichen in zwei Interessengebiete.

Die Schaustellerstrasse ist relativ ungefährlich, die meisten Leute gehen hier aufrecht und auch Kinderwagen haben die Meile schon unbeschadet passiert...


In der Wirtshausstrasse sollte man dagegen die Augen überall haben. Gar nicht so einfach, weil aus jeder Richtung jemand mit dem Standardgetränk in der Standardgrösse angetorkelt kommen kann, und trotz zahlreicher Umwege erreichen die Lustigen Leute teilweise beachtliche Geschwindigkeiten (zumindest im Fallen). Wenn sie denn keinen Durst mehr haben, kopieren sie auch gerne Schumi nach seinen Grand-Prix-Erfolgen: sie kippen sich das Zeug einfach gegenseitig über den Kopf!
Mahlzeit

HAHA
Eigentlich schade, denn die Festwirte geben sich so viel Mühe, um die Krüge vollzubekommen und die Gäste kippen es einfach aus?! Nein, Quatsch, das hier ist die Witzecke in jedem Zelt! Die wahre Befüllung liegt zwischen 90% (Gast zurechnungs- und durchsetzungsfähig) und 30% (Pupillenstillstand). Damit dokumentieren die Festwirte ihre Fürsorge für ihre Gäste, das sollte viel mehr gewürdigt werden.


Einmal im Festzelt angekommen, kann man gleich verschiedene Erfahrungen machen:
  • Wenn alle weiblichen Gäste ein Dirndl tragen und ein Mass in der Hand haben, wie soll man die Bedienung erkennen?
  • Trotz herbstlich kühler Temperaturen fühlen sich auch die Herren in kurzen Hosen hier pudelwohl.
  • 6,75 Euro = 7 Euro, man soll froh sein, wenn man auf 10 Euro überhaupt Wechselgeld für sein Mass bekommt!
  • Man sollte um 11 Uhr hier sein oder einen bereits kassierten Mindestverzehr mit Tischreservierung getätigt haben; zu Trinken gibt es hier nämlich nur etwas mit Sitzplatz und Sitzplätze gibt es hier zwar viele aber nicht genug. Bei Dauerregen verschärft sich das Problem.
Jo mer san die lustigen Holzhackerbuam

Ein Münchener im Himmel!
  • Die Hälfte eines vor Hunger verendeten Hendls kann hier locker mal 7,95 Euro kosten. Dafür muss man sich wenigstens nicht mit Beilagen rumschlagen.
  • Der halbe Ochse auf Brot ist da schon mehr zu empfehlen
  • Wenn beim Verlassen des Hofbräuzeltes eine Trillerpfeife ertönt, hat man versehentlich den Krug noch in der Hand!
  • Das Original des "Ketchup-Songs" hört sich besser an, als die zahlreichen Variationen der auf dem Oktoberfest ansässigen Kapellen