In memoriam


Anna & Luciano:

Lage: Vogelsanger Str. 199, 50825 Köln. In Richtung Ehrenfelder Industrieviertel.
Service: Im ehemaligen "Halfter" rückt unter italienischer Regie hurtig ein kühles frisches Reissdorf an. Sonst gibt es hier zwei Dart-Geräte, die auch gerne genutzt werden und zum Glück auch nicht so weit von der Theke entfernt sind! Seit Umbau und Umfirmierung gibt es im hinteren Teil auch einige Tische zum Einnehmen von Speisen oder für Damen, die nicht so gerne an der Theke residieren.
Preis/Leistung: Ein Reissdorf-Kölsch für 1,05 Euro. Noch Fragen? Die überwiegend italienischen Speisen sind auch bezahlbar und obendrein auch noch sehr gut! Auch das Jägerschnitzel für 10 Euro ist gut, obwohl man sich die Anmerkung "Typisch Deutsch" gefallen lassen muss. Zum Glück gibt es eine Gegenbewegung zu den Teuro-Rittern!
Fazit: Hoffentlich wird auch der Rest des Viertels bald erleuchtet.
Letzter Besuch: August 2002
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Ohne Klofrau

Brauhaus am Rudolfplatz:

Lage: Habsburgerring 1, 50674 Köln. An den Ringen, Nähe Rudolfplatz.
Service: Ein hervorragender Grieche, ein Ami-Laden und ein Irish Pub haben es nicht geschafft hier zu überleben. Jetzt ist hier auch mal wieder ein Lokal im kölschen Stil, eine nette Abwechslung! Sion Kölsch gibts hier frisch vom Fass; auch im leeren Lokal kann das aber ein Weilchen dauern. Die gelegentliche Schlagermusik ist sicher auch nicht jedermanns Geschmack. In punkto Geschmacksverirrung muss aber unbedingt die Toilette besichtigt werden, deren grün-rote Bekachelung sicher einmalig ist! Wenn das Fass leer ist, und es sind nicht genug Gäste da, gibts nix mehr, cerrado!
Preis/Leistung: Der Kölschpreis ist für eine Ring-Lokalität mit 1,10 Euro besonders positiv hervorzuheben! Die gutbürgerliche Speisekarte kann sich sehen lassen, besonders günstig sind die mittäglichen Tagesmenues (Klein 3,90 und gross 7,10 Euro). Die normale Karte besticht nicht gerade mit Schnäppchen (Zwiebelsuppe mit Käse überbacken 5 Euro), aber Qualität und Mengen sind ausgezeichnet (Leber 9,90 und Jägerschnitzel oder Haxe 12,70 Euro).
Fazit: Eher etwas für mittäglich Hungrige als für abendliche Spassrunden.
Letzter Besuch: Januar 2004 Ohne Klofrau

Bruegel:

Lage: Hohenzollerring 17, 50667 Köln. Direkt an der liebsten Flaniermeile, den Ringen.
Haltestelle Rudolfplatz
Öffnungszeiten: Mo-Fr 12.00-03.00 Uhr, Sa+So 18.00-03.00 Uhr
Service: In edlem Ambiente werden von weissbetuchten Kellnern auch im gefüllten Lokal in regelmässigen Abständen die gewünschten Getränke herangeschafft. Dazu gibt es dann am Wochenende ab 22.00 bis 23.00 Uhr für 10 DM Eintritt zusätzlich stimmungsvolle Live-Musik, deren Qualität leider manchmal etwas schwankt. Zuvor nutzen aber auch viele Nachtschwärmer die Gelegenheit, auf den akkorat eingedeckten Tischen noch zu dinieren.
Preis/Leistung: Lage und Ambiente lässt man sich hier teuer bezahlen. So sind nicht nur die Getränke sondern auch die ausgefallenen Speisen in der oberen Preiskategorie zu finden. Ob einem das Glas Wein wirklich 18 DM wert war, muss hinterher jeder selber beurteilen.
Fazit: Wem die Musik hier gefällt, kann am Wochenende gut die maue Zeit zwischen 22.00 Uhr und 3.00 Uhr durchbringen.
Letzter Besuch: Juni 2001 Mit Klofrau

Chichos - Casa Latina:

Lage: Rathenauplatz 1, 50674 Köln. Nähe/Rand Uni-Viertel.
Haltestelle Zülpicher Platz
Service: Eine riesige Karte mit ausführlich kommentierten Gerichten südamerikanischer Herkunft wird angeboten. Nur Cocktails dauern ggf. etwas länger, den Rest gibt es umgehend.
Preis/Leistung: Gaffel-Kölsch (1,30 Euro) kommt aus der Leitung, sonst nur Flaschenbiere (Köpi 0,33l 2,30 und Weizen 0,5l/2,80 Euro). Alle Cocktails kosten 3,50 Euro (unabhängig von der Tageszeit die aber erst um 17.30 Uhr anfängt!); Caipis gibt es ggf. auch schon für 2,90 Euro! Das Essen fängt bei Kleinigkeiten an (0,95 Euro/Chilis), geht über die üblichen Tapas und endet in Hauptgerichten wie z.B. ein Lammgericht (Seco de Cabrito, 11 Euro), das wegen mangelnder Verfügbarkeit auch mit Rind statt Lamm serviert wird, und trotzdem ausgezeichnet schmeckt. Die grossen Stücke vom Rind gibt es dann auch bis ca. 15 Euro...
Fazit: Hier kann man sich wohlfühlen und denkt an Urlaub.
Letzter Besuch: November 2004 Ohne Klofrau

Claudia-Schänke:

Lage: Melatengürtel 20, 50933 Köln. Einen Steinwurf von der KVB-Zentrale immerhin mit gutem Bahnanschluss.
Service: Auf sein Gaffel-Kölsch braucht man hier nie lange zu warten. Mit der Speisekarte sieht es dafür eher mau aus. Aber verhungern muss man nicht. Und ausserdem gibt es dafür ja Special-Events!!!
Preis/Leistung: Für 1,10 Euro bekommt man das Kölsch heute auch nicht mehr überall! Und den Sprachkurs gibt es noch umsonst dazu. Im Angebot ist Polnisch, Italienisch und Portugiesisch. Gelegentlich findet man aber auch jemanden, der auf Deutsch mit einem kommuniziert.
Fazit: Wenn man hier nicht seine ganzen Moneten beim Schocken lässt, kommt man ganz günstig weg!
Letzter Besuch: März 2003 Ohne Klofrau

D.A.S. Fragezeichen:

Lage: Helmholtzstr. 1, 50825 Köln. Nähe Ehrenfelder Gewerbegebiet.
Service: Im gemütlichen Ecklokal gibt es schnell ein Gaffel aus griechischer Hand. Wenn man sein Geld nicht beim Schocken verliert, kann man es auch in den Flipper schmeissen. Leider ist man hier ein bisschen alleine als Gast; dies könnte damit zusammenhängen, dass der Wirt einfach früher zumacht wenn nicht genügend Stimmung in der Bude ist.
Preis/Leistung: Das Kösch für 1,10 Euro ist Lage und Lokalität angemessen. Dazu gibt es ein paar Kleinigkeiten wie Bockwurst oder Gulasch.
Fazit: Ausbaufähig.
Letzter Besuch: August 2002
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Ohne Klofrau

Daneben:

Lage: Lübecker Strasse 15, 50668 Köln. Nähe Eigelstein.
Service: Diese "Filmschänke" ist "neben einem Mini-Kino mit Filmen die man lange in den Charts sucht! Mit 20.00 Uhr als Öffnungszeit eh nicht gerade für Frühaufsteher geeignet, aber wenn um 20.15 Uhr immer noch keiner da ist, sucht man sich lieber was Besseres...
Preis/Leistung: ???
Fazit: Bei verschlossener Tür kein Umsatz!
Letzter Nichtbesuch: August 2005

Em Golde Kappes:

Lage: Neusser Str. 295, 50733 Köln. Im Stadtteil Nippes etwas ausserhalb; vom Ebertplatz aber nur 2 Stationen mit der Bahn.
Haltestelle Florastrasse
Service: Traditionsbewusstes Haus, welches nicht nur Punkt Mitternacht die Pforten schliesst, sondern auch Sonn- und Feiertags sowie Karneval(!) geschlossen hat. Besonders viel los ist hier immer am 2. Januar (sofern kein Sonntag); dann gibt es nämlich die Kölsch-Gläser mit der Jahreszahl für jeden Gast!
Preis/Leistung: Wer es als Tourist geschafft hat, die durchweg kölsche Speisekarte zu übersetzen; der wird auch hinterher mit reichhaltiger Kost zu einem guten Preis belohnt. Das nicht zu sehr verbreitete aber trotzdem süffige Mühlen-Kölsch kostet 1,30 Euro, für ein kölsches Brauhaus eher unüblich gibt es aber auch Bitburger (0,3l/2,10 Euro), Andechser (0,3l/2,80 Euro) oder Augustiner (0,3l/2 Euro) aus der Leitung.
Fazit: Ideal zur Erholung nach dem Einkaufen oder auch nur um Abends mal ein Bier um die Ecke zu geniessen.
Letzter Besuch: 2. Januar! Und ein paar Mal danach... Ohne Klofrau

Guggy's:

Lage: Zülpicher Str., 50937 Köln. Zwischen Weyertal und Lindenburg.
Haltestelle Weyertal oder Lindenburg
Öffnungszeiten: Montag Ruhetag, sonst ab 13 Uhr.
Service: Der Wirt hat seine übersichtlichen Gäste im überwiegend fortgeschrittenen Alter stets fest im Blick und sieht genau, wo die Not am grössten ist! Die Kachelbemalung in der Toilette macht allerdings blind.
Preis/Leistung: Gaffel Kölsch kostet hier auch 2007 nur 1,10 Euro und alternativ wird ein Bitburger Pils angeboten. Die Küche besteht eigentlich aus nur einem Gericht auf der Tafel, aber genau das wollen die Gäste dann meistens nicht und das Essen wird auf Wunsch (und Verfügbarkeit) individuell zusammengestellt und sieht sehr gut aus.
Fazit: Eine Veedelskneipe vom alten Schlag!
Letzter Besuch: Juli 2007 Ohne Klofrau

Hopfen & Malz:

Lage: Luxemburger Str., 50... Köln. Vom Barbarossaplatz aus ein paar Schritte die Luxemburger runter.
Service: Das Schild vor der Tür macht schon richtig Durst, lange warten muss man auch nicht auf ein frisches Kölsch. Für ein Brauhaus leider nur viel zu hell. Aber nach vierzig Jahren ohne Renovierung wird es hier bestimmt auch so schön wie beim Lommi.
Preis/Leistung: Der Kölschpreis in der oberen Mittelklasse und eine kleine aber feine Speisekarte mit fairen Preisen runden das Bild ab.
Fazit: Wenns nicht mehr so neu ist, könnte das hier noch ein netter Aufenthaltsort für den Feierabend werden.
Letzter Besuch: Dezember 2001 Ohne Klofrau

Jagdhütte:

Lage: Hahnenstr. 24, 50667 Köln. Unmittelbare Nähe zum Rudolfplatz.
Service: Die Versorgung hat sich im nicht gerade überfüllten Lokal nicht als Problem erwiesen. Und auch wenn hier mal ein Pflegefall sein Notebook vergewaltigt, ist das Publikum doch deutlich "normaler", als in der benachbarten "Brennerei Weiss"
Auf der Herrentoilette denkt man zunächst, dass man die falsche Pforte gewählt hat, denn vor einem befinden sich drei Türen; wenn man die richtige errät bekommt man auch den Weg zu den Urinalen...
Preis/Leistung: Das Reissdorf an der Theke macht 1,10 Euro, aber zum Tisch hin einen gewaltigen Sprung auf 1,35 Euro. Auf der Tageskarte gab es (an dem Tag) nix über 10 Euro; dafür gab es aber auch kaum etwas in der Zusammensetzung wie angekündigt. Verfehlte Einkaufspolitik? Kann schon sein, denn wenn der Wirt gegen 21 Uhr mal eine Viertelstunde weg ist, und es kein Bier mehr gibt (Pils und Weizen aus der Flasche waren vorher schon aus), dann ist der Wirt eben bei einer Kollegin Nachschub holen...
Fazit: Optimierungspotential noch gegeben.
Letzter Besuch: Januar 2004 Ohne Klofrau

Kaschämm (Köln):

Lage: Niehler Str. 171, 50733 Köln. Von der Strassenbahn aus schon noch ein Stück Fussweg, gehört aber noch zu Nippes.
Service: Das ehemalige Reissdorf Kölsch wurde kurzerhand gegen Sion ausgetauscht, um den Preis von 1,10 Euro zu halten. Dafür wurde das Angebot um Weihenstephan vom Fass (3 Euro) erweitert.
Ansonsten gab es hier alles was ein Spielerherz begehrt. Der Kicker wurde leider beerdigt und jetzt gibt es nur noch Billard, einen Dartautomat und einen Flipper (gibt es leider heute viel zu selten!). Samstags werden dann auch des öfteren Live-Events angeboten; sicher interessant, auch wenn hier nicht regelmässig die Rock-Legenden auflaufen, die an den Wänden in Form von Bildern und goldenen Schallplatten verewigt sind.
Die Begeisterung für einige der Gäste hält sich schwer in Grenzen und dies ist per Anschlag an der Wand verewigt (Bild 2)! Leider leider treiben sich hier bei Rockkonzerten auch Leute rum, die das mit ihrem heimischen Kirchenchor oder der Oper verwechseln, und anderen Gästen den Mund verbieten wollen...
Preis/Leistung: Normale Getränkepreise, Chilli oder Gulasch für ein paar Euro, und auch die spielerischen Aktivitäten erfordern keine Hypothek aufs Haus.
Fazit: Hier vergeht die Zeit wie im Fluge.
Letzter Besuch: November 2003
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Ohne Klofrau

Kaserne 13:

Lage: Peter-Michels-Str. 11, 50827 Köln. In der Nähe des Kölner Knastes gelegen; alles andere als innenstadtnah.
Service: Witzige Idee die Wachstube einer ausrangierten Kaserne zu einem Lokal umzubauen! Noch schöner wenn davor noch ein eingezäunter Garten ist, in dem man im Sommer seine schlaffen Gebeine unter einen Tisch postieren kann. (die Strasse könnte ein bisschen weiter entfernt sein). Am besten: belgische Biere (und zwar nicht die schlechtesten) in originellen Gläsern. Einziger Haken: der Service ist leider (noch) nicht optimal. Die Scheuklappen müssen noch demontiert werden...
Preis/Leistung: Eher im oberen Preissegment, vielleicht bedingt durch den weiten Import aus dem fernen Ausland?
Fazit: Wenn man mal was anderes sehen will...
Letzter Besuch: Juli 2001 Ohne Klofrau

Lommerzheim (Köln, inoffizielle Homepage):

Lage: Siegesstr. 18, 50679 Köln (leicht zu finden; es ist das Gebäude, das ausgebombt aussieht!). In Nachbarschaft der Deutzer Freiheit könnte man ja davon ausgehen, dass auch durch die Nähe der neuen Kölnarena hier neue Gäste auflaufen. Geht nicht, hier standen die Leute schon früher um 16.00 Uhr vor der Tür, um den Start gegen 16.30 Uhr nicht zu verpassen. Dann dauert es genau 30 Sekunden bis alle Tische besetzt sind, die Theke gefüllt, und noch Leute auf den Gängen stehen, die zu weit hinten in der Schlange waren.
Service: Seit über 40 Jahren bedient Herr Lommerzheim alleine den gesamten Saal. Da hat er sicher schon einiges gesehen; ab und an sogar Düsseldorfer. Die fangen dann an mit den Fingern zu schnipsen und quer durch den Saal Bier zu bestellen. Nicht unbedingt der richtige Weg um eines zu bekommen. Auch die Bestellung einiger Getränke kann hier für viel Heiterkeit sorgen: "Einen Kaffee bitte!" - Antwort: "Ich will doch dem Tschibo keine Konkurrenz machen!" Ansonsten könnte man ihn eher als wortkarg bezeichnen.
Besondere Spezialität des Hauses: die Sitzplatzimprovisation. Da die angebotenen Stühle rund um die Tische selten für alle reichen, die hier tatsächlich sitzen wollen, stehen im Hof Cola-Kisten die dann mit Telefonbüchern aufgepolstert werden können.
Preis/Leistung: Wer die Koteletts sieht, wird danach nicht mehr fragen. Doppelte Rippe mit einem Berg Fritten für 8 Euro. Auch am Hämchentag (Donnerstag) liegt ein halbes Schwein auf dem Teller. Ebenso die Bratwurst und den halven Hahn gibts hier nur im Maxi-Format. Frage an Herrn Lommerzheim: "Woher haben Sie denn Ihre Koteletts?" Antwort: "Vom Schwein!"
Fazit: Einfach eine Institution!
Letzter Besuch: Dezember 2004
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Ohne Klofrau

Nachdem heraus war, dass Ende des Jahres Schluss ist, gab es wahre Volksaufläufe. Viele Leute hat man hier zuvor nie gesehen...
Quelle: EXPRESS am 10.12.2004
Köln geschockt: Leben ohne Lommi
Seine Frau sagt: Wir sind alt und haben keine Kraft mehr. Dazu: die schönsten Kneipen-Erinnerungen
Von AYHAN DEMIRCI UND STEPHANIE KAYSER

Köln - Es ist kein Gerücht mehr. Es ist vorbei.
Der Lommi, unser aller Wirtschafts-Wunder, macht dicht. Kölns unglaublichste Kneipe wird in 20 Tagen Geschichte sein.

Hinterm Tresen, den Putzlappen über der linken Schulter, kurz nach Mitternacht, der vorletzte Gast war gerade gegangen, legte Annemie Lommerzheim ihre Hand aufs Herz: "Wir sind alt und haben keine Kraft mehr. 46 Jahre sind doch genug - oder? Ende des Jahres machen wir die Tür hinter uns zu, und dann ist gut."

Und dann macht Herr Lommerzheim (74) das, was er am besten kann: Er sagt nichts. Der Chef ist der Rausschmeißer. Er hat die Tür geöffnet, kalt zieht es rein, er deutet dem letzten Gast, dem EXPRESS-Reporter, mit dem Finger nach draußen. Lommi, der Leibhaftige. Draußen ist die Siegesstraße. Draußen ist Köln-Deutz. Ohne Lommi, ohne Annemie ist die Siegesstraße Niemandsland.

In der Nacht zu Freitag brummte in der Ruine das Leben. Der EXPRESS, frisch aus der Druckerei, machte die Runde. "Lommi denkt ans Aufhören", hieß es da noch. Und die Gäste kramten in ihren Erinnerungen.

Dieter (56) aus Porz zum Beispiel: "Ich habe hier einmal ein Wasser bestellt. Der Lommi hat‘s mir auch gebracht. Aber ich musste es vor ihm sofort austrinken." Dieter hatte seine Lektion gelernt. Lommi, der Lenker.

Sylvia wird den Laden vermissen: "In diese Kneipe konnte man als Frau kommen, ohne am Arsch gepackt zu werden."

Lommi, der Anti-Promi. Zu reden ist Lommi ein Gräuel, über sich selbst zu reden erst recht. Paveier Detlef Vorholt: "Unfreundlich zu sein, war sein Markenzeichen. Er behandelt keinen bevorzugt."

Das merkte auch der damalige US-Präsident Bill Clinton. Als der seinen Besuch ankündigte, winkte Lommi ab. Die Kneipe sollte an dem Abend für seine Stammkunden geschlossen werden - kein Bedarf, Mr. President.

Lommi, der Einmalige. - Es hat sich mal ein junger Mann beschwert, dass er seit 20 Minuten auf sein Essen wartet, da sagte Lommi nur "Siehste, wie die Zeit vergeht", erzählt Ex-Boxmeister Willi Niederau.

Lommi, der Unersetzbare. Was wird jetzt aus der Siegesstraße: Wird, kann überhaupt jemand die Kneipe weiterführen? Frau Lommerzheim schießen Tränen in die Augen.


Nachrichtentreff:

Lage: Lindenthalgürtel 72, 50935 Köln. Mittig zwischen den Haltestellen Gleueler Str./Gürtel und Dürener Str./Gürtel.
Service: Erstausstattung und Nachschub haben hervorragend funktioniert. Es war aber auch nicht viel los in dem eher übersichtlichen und nüchternen Lokal. Die Gemälde an der Wand sind wenig erbaulich; die Sünner Zapfsäule erfreut schon eher...
Preis/Leistung: Kühles Sünner (0,2l/1,20 Euro) oder Bitburger (0,2l/1,30 Euro). sind bezahlbar im Ausschank. Neben preiswerten Mittagsgerichten (ca. 4-5 Euro, ausser Sonntag, da ist zu!) gibt es eine Wochenkarte. Der Bio-Leberkäse aus der Eifel mit Salat und Bratkartoffeln (7,50 Euro) hat jedenfalls ganz gut geschmeckt.
Fazit: Fraglich ob in diesem Umfeld langfristig erfolgreich?!.
Letzter Besuch: Juli 2004 Ohne Klofrau

Pfalz-Eck:

Lage: Longericher Str. 57, 50739 Köln. Bilderstöckchen, Nähe Haltestelle Geldernstr./Parkgürtel.
Service: Aufgrund der Gegend ahnt man es von aussen nicht: auch in Bilderstöckchen gibt es ein Speise-Restaurant (nicht unbedingt mit Eckkneipenbetrieb). Die Musik ist dem Durchschnittsalter des Publikums angepasst und heute überwiegend nicht mehr in den Charts zu finden. Dafür gibt es aber alle festen und flüssigen Leckereien zügig und freundlich an den Tisch...
Preis/Leistung: Wer so die Durchschnittspreise eines typischen Bistros anlegt, der wird sich beim Blick auf die Karte hier erstmal umsehen! Auf Seite 1 prangt gleich das Tagesmenu (5 Gänge, u.a. mit Victoriabarschfilet und Gänsebraten) für 37 Euro. Suppen 4 Euro, Vorspeisen 7 - 8,50 Euro und rund 7 saisonale Hauptgerichte von 16,50 - 19,50 Euro.
Den Unterschied auch in der Qualität erfährt man dann aber schon beim zur Hauptspeise gehörigen Entrée (Gruss aus der Küche!): Lachs, Shrimps und Pastete mit lecker Baguette und selbstgefertigtem Kräuter- und Knoblauchrahm, statt die üblichen Pizza-Brötchen und Kräuterbutter vom Plus. Die richtige Begeisterung kommt dann aber auf, wenn man den riesigen Lammrücken vor sich liegen hat, der in keinem Kochbuch besser aussehen könnte. Zum Runterspülen gibt es Reissdorf frisch vom Fass oder einen Wein (Flasche 17-24,50 Euro). Als Nachtisch nach dem Mega-Essen noch sehr zu empfehlen: die grosse Auswahl Elsässer Brände...
Fazit: Wo sind die Leute vom Michelin mit ihren Sternchen?
Letzter Besuch: Dezember 2004 Ohne Klofrau

Picus:

Lage: Classen-Kappelmann-Str. 25, 50931 Köln. Etwas ausserhalb, von der Gleueler Strasse kann man hier Richtung Dürener Str. abbiegen.
Service: DOM-Kölsch ist nicht gerade eine Spitzenmarke, aber an der Theke braucht man wenigstens nicht so lange darauf zu warten. Zu Spitzenzeiten (vorwiegend Karneval) gibt es dann auch noch eine zweite Theke. Leider ist hier aber nur noch selten was los; vielleicht bedingt durch den schwimmbadblauen Anstrich? Gelegentliche Sonderaktionen wie z.B. Strip-Vorstellungen haben da auch keine Abhilfe geschaffen.
Preis/Leistung: Normales Preisniveau.
Fazit: Die Zeiten, wo man hier um 23.00 Uhr kaum die Tür aufbekommen hat, sind wohl vorbei.
Letzter Besuch: Februar 2001 Ohne Klofrau

Stüsser:

Lage: Neusser Str. 47, 50670 Köln. 5 Minuten zu Fuss vom Ebertplatz.
Haltestelle Ebertplatz
Service: Für eine typisch alt-kölsche Kneipe immer gut besucht. Deswegen kann es manchmal etwas dauern, da die Belegschaft nicht gerade zahlreich aufläuft. Auch nach Karneval gibt es noch Musik und nicht mal die schlechteste...
Preis/Leistung: Und warum ist es hier so voll? Es ist nicht nur das Sion-Kölsch frisch vom Fass für 1,20 Euro. Es gibt Kleinigkeiten von 1-2,50 Euro (z.B. Metthappen 1,50 Euro) und auch noch eine grosse Karte mit gutbürgerlichen Gerichten die nicht nur gut aussehen.
Fazit: Hier sollte man nicht nur zum Strassenfest hingehen.
Letzter Besuch: Februar 2005 Ohne Klofrau

Tomato:

Lage: Gotenring 37, 50679 Köln. Deutz, Kölnarena Richtung Severinsbrücke.
Service: Die Versorgung am Tisch klappt bestens, auf der Toilette muss man sich aber leider mit ein paar Papierhandtüchern hinter der kaum verschliessbaren Tür verbarrikadieren. Der Biergarten zur Strasse hin vermittelt einem schon das Gefühl, dass man sich in einer Grosstadt befindet.
Preis/Leistung: Wer das Sünner-Kölsch für 1,25 Euro umgehen will, ist jedenfalls mit einem Paulaner-Weizen für 3 Euro gut beraten. Tapas beherrschen die Speisekarte von 2,50 Euro bis zum grossen gemischten Teller für 19 Euro. Auch die restlichen Gerichte liegen i.d.R. zwischen 8 und 15 Euro und sind ausreichend dimensioniert.
Fazit: Nicht gerade anbei, aber auch eine echte Alternative um die Gastronomie der Kölnarena zu umgehen.
Letzter Besuch: April 2003
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Ohne Klofrau

Urstoff Brauhaus:

Lage: Köln. Gürtel/Ecke Weinsbergstr.
Haltestelle Weinsbergstr./Gürtel
Service: Da wo früher "Herbert" residierte, bevor er in den BM-Raum auswanderte, gibt es heute Bier aus dem BM-Raum. Und das recht fix.
Preis/Leistung: Das Stecken-Kölsch für 1,10 Euro ist sehr günstig und die übersichtliche Speisekarte bietet einige Gerichte die gut zum Bier passen (ca. 3-10 Euro), sind soweit auch gut aber nicht gerade überportioniert.
Fazit: Typische Eckkneipe mit überwiegenden Stammgästen.
Letzter Besuch: Februar 2004 Ohne Klofrau

Weiss Bräu:

Lage: Am Weidenbach 24, 50676 Köln. In der Nähe vom Barbarossaplatz; also in alle Richtungen eigentlich noch recht zentral.
Haltestelle Eifelstr.
Service: Nach der Eröffnung vor vielen Jahren (Jubiläumsfeier 10-jähriges 05.09.2001) stellenweise etwas schwierig, seitdem aber ständig optimiert und mittlerweile für ein Brauhaus erstklassig. Auch Sylvesterfeten (z.B. 2001/2002) sind hier nicht zu verachten
Preis/Leistung: Die erste Weissbierbrauerei Kölns glänzt natürlich zuerst mit dem bayrischen Nationalgetränk, hat aber auch ein eigenes Kölsch im Angebot welches zunehmend Fans findet! Selbst für Schwarzbierfans gibt es eine eigene Sorte; ab und an gab es sogar Sonderabfüllungen z.B. zu Weihnachten. Die Getränkepreise sind zwar immer Tagespreise; die Abweichungen halten sich aber in Grenzen. Das Essen ist nicht immer von gleicher Qualität; eine Runde Spareribs oder der Haxen-Hit sind aber nicht zu verachten und es gibt auch kleinere "Naschereien" für zwischendurch.
Fazit: Hier ziehe ich mit meiner Schrankwand ein!
Letzter Besuch: Januar 2009 Manchmal Klofrau

Wutzstock:

Lage: Subbelrather Str. 543, 50827 Köln. Etwas ausserhalb in Bickendorf.
Service: Schweine (Wutze) stehen in diesem Lokal ganz klar im Vordergrund! In Strapse oder als Super-Wutz zieren sie überall die Wände. Auch sonst ist es hier recht interessant eingerichtet und selbst ohne Live-Events finden sich hier zahlreiche junggebliebene 60-jährige oder verlebte 30-jährige ein. Das Bild auf der Homepage ist etwas trügerisch, weil direkt vor dem Eingang die Subbelrather Str. agiert, und die dargestellte Beschaulichkiet nicht ganz nachvollzogen werden kann.
Abzüge in der B-Note gibt es für die scheussliche Pinkelrinne auf der Herrentoilette.
Preis/Leistung: Namen sind Schall und Rauch? Nein, hier sind sie Programm! Wenn man den pilzbetonten "Schlampen-Toast" (6 Euro) verputzt, wer braucht dann noch den "Düsseldoof-Bauern-Salat" oder die "Tote-Hose-Bauernpfanne"??? Auch sonst fällt hier angenehm auf, dass auf ein Alt 2-3 Wochen gewartet werden muss, ein Gaffel-Kölsch für 1,20 Euro oder ein Maisels Hefe-Weizen vom Fass (hätte etwas kühler sein können) für 3,20 Euro gibt es zum Glück etwas schneller.
Fazit: Anti-Dummdorf-Kneipe erster Güte.
Letzter Besuch: Juni 2003
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Ohne Klofrau

Zur Waldeslust:

Lage: Dürener Str. 300, 50935 Köln. Kurz vor dem Militärring.
Service: Hier wird es immer richtig heftig, wenn die anderen Lokale zugemacht haben. Das eher ältere Publikum schwingt hier das Tanzbein und die Schlägereien sollen auch abgenommen haben seitdem die nahegelegene Kaserne geschlossen wurde?! Die meisten Gäste hier sollten auch besser weiterhin im Dunkeln bleiben.
Preis/Leistung: Wie bei anderen Lokalitäten mit ausgefallenen Öffnungszeiten gibt es hier einen ordentlichen Nachtzuschlag.
Fazit: So nötig hat es nicht jeder.
Letzter Besuch: Mai 2000 Ohne Klofrau