Prag


Einleitung: Zwei Dinge sind übergreifend aufgefallen bei Besuchen in der Prager Gastronomiewelt:
1. Es war mitten in der Spargelzeit nirgendwo Spargel zu sehen?!
2. Das was man in Deutschland als Klösse serviert bekommt, hat wenig zu tun mit den hiesigen Klössen; es handelt sich wohl mehr um Presstoast?! Andere Beilagen sind meist besser...

Czekarna (Prag):

Lage: Pricna 4, Praha 1, Neustadt. Hier landet man nur zufällig, mit Stadtplan dürfte es gehen.
Service: Die Stühle sind hier vorwiegend aus Pappe und fallen teilweise von selber auseinander. Dafür haben die Barhocker einen enormen Durchmesser (umfallsicher!). Die Toilette kann man getrost als Kloake bezeichnen, die Wandmalereien ersetzen auch keine Klobrille! Dafür gibt es Sport auf der Grossbildleinwand. Es ist ein Kicker vorhanden, und der läuft richtig gut. Aufgrund des Separee-Charakters des Kickerraums sollte man aber zur Order an die Theke...
Gegen Ende des letzten Tagesdrittels am 2.WM-Tag kommt die Idee auf, eine brauchbare Antennenverbindung zu legen und die automatische Abschaltung vom Vorführungsgerät zu deaktivieren, eigentlich eine gute Idee!
Preis/Leistung: Staropramen 10° (0,5l/20 Kronen), 12° (0,5l/24 Kronen) und Granat 13° (0,4l 22 Kronen, Karamelgeschmack) sind die Standardgetränke. So zwischen 70 und 90 Kronen gibt es jedenfalls auch ganz ordentliche Cocktails. Als einzige Festnahrung waren Schinken-Käse-Toasts auszumachen...
Fazit: Zum Kickern und Eishockey-Schauen ist das OK.
Letzter Besuch: April 2004
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Ohne Klofrau

Hospoda-Bar Na Verandach (Brauereiausschank Staropramen, Prag):

Lage: Nadrazni 84, Praha 5. Metrolinie B Richtung Zilicin bis Andel.
Service: Am Anfang haben sie sich etwas schwer getan, aber dann kamen gleich drei Bedienstete und der Nachschub lief ab sofort. Auch die Sichtung der deutschen Karte und des gigantischen Lokals zeigen einen professionellen Anstrich.
Preis/Leistung: Helles, das Lagerbier und das Schwarze (40/48 Kronen, ca. 1,35/1,60 Euro) gibt es auch im Masskrug. In Prag selten gesehen, ein Weizenbier, und dieses schmeckt auch noch (Staropramen "gegärt", 25 Kronen/ca. 80 Cent). Ausserdem gibt es viele kleine und grossen Speisen, die in der Brauhauspfanne für gut 13 Euro gipfeln, die nach der Karte sage und schreibe 1 Kilo wiegen soll...
Fazit: Nettes Lokal mit schönem Biergarten.
Letzter Besuch: April 2004
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Ohne Klofrau

Klasterni Restaurace (Prag):

Lage: Strahovske nadvori 302, 11800 Praha 1. Steil den Berg hoch an der Burg vorbei oder mit den Linien 22 und 33.
Service: Die Kellner laufen in kuttenähnlichen Uniformen auf (für 1500 Kronen/50 Euro zu erwerben - die Kutten, nicht der Inhalt!), sind aber nicht übermässig schnell oder betont freundlich. Es lässt sich zwar in Euro zahlen aber zweimal 1,70 Euro sind nicht 4 Euro. Die Toilette ist zwar edel eingerichtet aber leider nicht so richtig sauber. Das Publikum ist eher kulturell eingebildet.
Preis/Leistung: 0,4l Svaty Norbert 12°(light) oder dark (14°) 49 Kronen oder 1,70 Euro. Tagesgericht Gulasch 6 Euro oder 180 Kronen. Kleinigkeiten bis 6 Euro und 250g-Steak 13 Euro. Wirklich bombastisch ist aber die Pizza (5-6 Euro).
Fazit: Für ein Hausgebrautes rennt man doch meilenweit....
Letzter Besuch: April 2004
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Ohne Klofrau

Kovarska (Prag):

Lage: Direkt in Sichtweite der Sazka Arena (Bild 1).
Service: Auf Bedienung kann man hier stellenweise warten bis man schwarz wird. Mit der neuen Arena nebenan sind natürlich ungeahnte Einkommensquellen auf die Viertelskneipe zugekommen. Das hat aber die Belegschaft noch nicht ganz rausgefunden, wenn sie auf ausgelatschten Sandalen im Schneckentempo durch die Gegend schleicht. Ein Fernseher sorgt immerhin für Sportübertragungen während der Wartezeit, selber alles zu holen ist noch besser...
Preis/Leistung: Das grosse Krusovice Bier für 16 Kronen (gut 50 Cent) ist schon sensationell günstig. Das haben sich die Betreiber auch gesagt und schon beim nächsten Besuch gleich 20 Kronen kassiert. Die "Speisekarte" (Bild 2) ist auch auf das WM-Publikum abgestimmt; das Gulasch (4 kleine Stückchen mit den komischen Klössen) war mit 90 Kronen (3 Euro) jedenfalls überhaupt nicht zu empfehlen.
Fazit: Nur eine Ausweichtankstelle um der Arena zu entgehen.
Letzter Besuch: April 2004
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Ohne Klofrau

Na Rane (Prag):

Lage: Direkt in Sichtweite der Sazka Arena.
Service: Zur Eishockey-WM ziemlich überfordert. Das gilt vor allem auch für die Toilette, die man nach Geruchsprobe und anschliessender Sichtung sofort rückwaärts würgend wieder verlässt. Noch schlimmer trifft es die Damen, die ohne eine Klinke in der Bude eingesperrt werden (Bild 3)...
Preis/Leistung: Das Bier war wohl im Rahmen, die Gerichte von der Speisekarte in perfektem tschechisch wollte nach einem Toilettengang auch niemand mehr ausprobieren...
Fazit: Nur eine Ausweichtankstelle um der Arena zu entgehen.
Letzter Besuch: April 2004
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Ohne Klofrau

Na Zamecku (Hotel, Prag):

Lage: Zabehlika 35/133, 106 00 Praha 10. An der Busroute zwischen Endstation der Metro A Stalka und der Station davor.
Service: Mehr eine Jugendherberge in der aber Alkoholausschank an Jugendliche kein Problem darstellt. Das erste Hotel, in dem die Fernbedienung für den Fernseher an der Rezeption ausgeteilt wird. Leider passt diese dann nicht zum Fernseher. Hat man die richtige Fernbedienung bekommen, gibt es tschechisch, italienisch oder Sportarten welche die Welt nicht braucht; wofür brauchte ich gleich die Fernbedienung?
Die Zimmer sind nicht übertrieben sauber aber insgesamt in Ordnung. Eine Minibar oder Tresor gehören hier nicht zum Programm. Die Dusche geht erstaunlich gut, aber warum liegen die Handtücher auf dem Bett?!
Frühstück: Das Frühstück ist früh schon sehr bescheiden; um 08.30 Uhr ist davon noch weniger zu sehen. Der Saft ist gestreckt wenn überhaupt noch welcher da ist! Fehlende Bestandteile wie ein bischen Schinken (viel mehr gab es auch nicht) oder ein Glas müssen alle separat eingefordert werden, wenn nur noch zwei Tage alte Brotecken im Korb liegen, interressiert das auch niemanden (Bild 2). Eier sind überhaupt nicht bekannt. Die Tische sind zu hoch für die Sitzgelegenheiten. Und wenn Italo-Teenie Horden den gesamten Raum in einen Müllhaufen verwandelt haben, gibt es nach deren Abrücken keine besonderen Aufwendungen, um hier wieder einen benutzbaren Tisch herzurichten. Eine 6- für das Frühstück, und das ist noch schmeichelhaft....
Preis/Leistung: Zimmerpreise hängen hier nicht aus, offensichtlich schlagen hier nur Pauschalgruppen ein?! Nein, über o.g. Link kann ein EInzelzimmer tatsächlich für 1550 Kronen gebucht werden, gut 50 Euro. Wenn die winzige Bar an der Rezeption mal auf hat, kostet z.B. ein Zombie 220 Kronen (mehr als 7 Euro, keine Knocker-Qualitäten), Pilsener Urquell aus der Flasche 35 Kronen wenn es denn mal da wäre, denn wer will schon um 22 Uhr ein Bier trinken?!.
Fazit: Wie hat dieses Hotel 4 Sterne bekommen, drei Sterne nach Landeskategorie in Cuba sind erheblich besser???
Letzter Besuch: April 2004
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Ohne Klofrau

Novomestský Pivovar (Prag):

Lage: Vodièkova 20, 110 00 Praha 1. Etwas abseits von der Hauptmeile in der City.
Service: Den Herrschaften hier passt es nicht, wenn man sich einfach an einen leeren Tisch setzt. Um 16.45 Uhr stellt das in richtigen Lokalen kein Problem dar. Dafür gibt es auch einen Grund, denn ganz leer ist der Tisch nicht (Bild 3). Also wird man im ansonsten vollen Lokal unfreundlich an einen irgendeinen anderen Tisch verwiesen (alle reserviert!), weil die Belegschaft zu unfähig war abzuräumen.
Preis/Leistung: Keine Leistung, keine Kohle!
Fazit: Geschäftsführung und Belegschaft sind mit ihren Aufgaben restlos überfordert, und sollten dringend ersetzt werden, um aus dem sonst schönen Lokal auch eine besuchenswerte Stätte zu machen.
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Sazka Arena (Prag):

Lage: Haltestelle Ceskomoravska auf der Metrolinie B Richtung Cerny Most.
Service: Die Imbissstände sind nur stellenweise gut besetzt und mit Geldwechseln gibt es Probleme. Das Bier ist immerhin kalt. Die Qualität sonst ist gewohnt schlecht wie in anderen Arenen dieser Grösse üblich; ob die alle den gleichen Lieferanten haben??? Dass zu Beginn des letzten Drittels die Buden geschlossen werden, ist allerdings ein Novum, zack, einfach die Rollade runter, keine Lust mehr (Bild 3).
Preis/Leistung: Nach deutschen Massstäben ist ein grosser Becher Starorpramen mit 35 Kronen (ca. 1,20 Euro) nicht zu teuer. Nach tschechischem Mass schon! Auch der Double-Cheeseburger (teilweise kalt!) ist da mit 80 Kronen (ca. 2,60 Euro) kein Schnäppchen.
Fazit: Es gibt bessere Lokale in Prag, wenn auch leider nicht in der näheren Umgebung.
Letzter Besuch: April 2004
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Ohne Klofrau

U Provaznice (Prag):

Lage: Provaznicka 3, Praha 1. Wenn man die Station Mustek (Kreuzung Metro A und B) an der richtigen Seite verlässt, steht man direkt davor.
Service: Manchmal ist der Service richtig schnell, aber gerade zur Mittagszeit ist hier die Hölle los und die gut sortierten Kapazitäten agieren am Limit! Die Toilette ist erschreckend sauber, obwohl viele Passanten von der Strasse selbige auch benutzen. Die Rippchen waren eine Katastrophe, aber die Abwicklung der Reklamation verlief reibungslos; der Entschuldigungsschnaps mit Honig fand so viel Anklang, dass anschliessend direkt drei Runden davon bestellt wurden. Alle anderen Speisen waren in Ordnung. Lustige deutsche Speisekarte (Bild 3), aber den gebratenen Schimmelkäse "Hermelin" wollte dann doch keiner probieren...
Preis/Leistung: Pilsener Urquell 0,5l 28 Kronen (weniger als ein Euro), Gambrinus 0,5l 26 Kronen und Schwarzbier gibt es auch noch. Die Knoblauchsuppe (36 Kronen) wird ihrem Namen mehr als gerecht (Bild 5). Eisbein reizende Berta (178 Kronen) oder Hühnerfleisch auf Nadel (139 Kronen, drogensüchtiges Hühnchen?, aber sehr empfehlenswert!). An einigen Stellen müssen die Beilagen separat bestellt werden, das ist aber gerade unter dem Aspekt einer Umgehung der Knödel durchaus sinnvoll...
Fazit: Lage und Leistung bei den Preisen bieten ein Optimum in der Gegend.
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Klofrau abends

Urysu (Prag):

Lage: Zabehlika 131, 106 00 Praha 10. An der Busroute zwischen Endstation der Metro A Stalka und der Station davor.
Service: Hier verirren sich offensichtlich nicht so oft Touristen hin, aber die Einheimischen fühlen sich auch ohne sichtlich wohl, einige davon haben allerdings das letzte Stück Seife nur vor Wochen aus der Ferne gesehen. An der Wand hängt eine Karte mit den kriegerischen Vorstossbewegungen von 1939-1945. Während vorne eher die Geräuschkulisse alkoholgeschwängerter Diskussionen überwiegt, ist im Hinterzimmer ein Edelkicker vor einer dröhnenden Jukebox aufgebaut. Das normale Ende eines Abends findet gegen 0.00 Uhr statt. Die Toilettenbeschriftung ist auch bei mangelnder Sprachkenntnis eindeutig (Bild 4)...
Preis/Leistung: 23 Kronen (ca. 75 Cent) kostet ein halber Liter, das kann man im Angesicht der heimischen Preise gerade noch verkraften. Hinzu kommen eventuell verlorene Runden, wenn man gegen die heimische Dorfjugend kickert...
Fazit: Interessante Besuche die über die Tristesse des benachbarten Hotels hinweggeholfen haben!!!
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